Korrektur einer Absage

Liebe Freunde,

wir möchten die Gunst der Stunde nutzen, um euch von unserer – bei lebendigem Leibe erlebten und die Grenzen der Anpassung überwundenen – Genesung zu berichten, die uns Dank des Wunderheilers Dr. med. Wendland widerfuhr.

Vom Schicksal der Amputation unserer Klarinette zutiefst gezeichnet, machten wir uns letzte Woche auf die Socken, um uns in der Naturheilanstalt des Dr. Wendland in Therapie zu begeben.

Dr. Wendland, er selbst ein seit Jahren in allerhöchsten Kreisen anerkannter Experte in der Disziplin der Motivationsreanimationsstimulation, hielt unsere Lage augenscheinlich für gar nicht so schlimm, wie wir. Er gab uns folgenden, in der Allgemeinmedizin noch nicht näher erforschten Rat, neben einfach mal Musik machen außerdem die Blütenpracht einer auf einem Biertisch drapierten Topfblume zu verspeisen und 78 Humpen Wendlandbräu aus der praxiseigenen Apotheke zu schlucken. Damit schaffe man die geistige Distanz zu dem seit einigen Tagen fehlenden Gliede unseres musikalischen Korpus. Jene Distanz, die man benötigt, um die Dinge mit Gelassenheit zu sehen. Dazu gehörte auch die Überwindung allerhöchster Scham und – damit einhergehend – der extrovertierte Tanz einer Polonaise im Wartezimmer seiner Praxis.

Ferner hielt Dr. Wendland es für angebracht, den nächtlichen Weg in die Schlafzone seiner Heilanstalt aufgrund der Nebenwirkung der Dosierung seiner Medikation zu Fuß zu überwinden. Damit die durch den Fußmarsch einhergehende Müdigkeit des Gehirns nicht progressiv zur zurückgelegten Strecke steigt, hielt Dr. Wendland – ein Meister in seiner Disziplin – es für genial, ein paar Hindernisse aufzustellen: zur neurologischen Stimulation kreativer Geistesblitze fanden ein paar Elektrozäune angrenzender Kuhwiesen als Therapiewerkzeug ihren Einsatz, die es zu überwinden galt.

Am nächsten Morgen dieser wundersamen Nacht stellten wir ohne Kopfschmerzen (!) fest, dass wir nicht ins Atommüllendlager Gorleben eingewiesen werden müssen. Vom Schock der fehlenden Klarinette vorerst halbwegs erholt und vom Können des Dr. med. Wendland überzeugt, beschlossen wir, die Musikgruppe 20vor8, dem Musikfest 48h Wilhelmsburg am Samstagabend des 13. Juni doch die Ehre zu erweisen und unter der Voraussetzung der Anwesenheit von Bier, blühenden Topfblumen und einer ausgelassenen Polonaise dort aufzutreten.

Zickezackezickezacke
Öyy öyy öyy

20vor8

kann kommen: 48h Wilhelmsburg 2015

kann kommen: 48h Wilhelmsburg 2015

…gedimmtes Licht…

Liebe Freunde,
der Abend gestern im Knust war vorerst der letzte dieser Art. Wie auf der Bühne kurz gebeichtet, wird die Formation unserer Band in der Form, wie ihr und wir sie seit Jahren kennen, vorerst nicht wieder auftreten.

Mit dem Rückzug unserer Klarinettistin geht eine Person von Bord, die maßgeblich den Charakter unserer Musik geprägt hat. Damit verlieren wir sozusagen den Navigator mit Kompass unserer Band. Ab jetzt müssen wir uns erst einmal treiben lassen und vieles umarrangieren, ohne Recht zu wissen, welche musikalische Richtung die Zukunft einschlagen wird.

Wir können auch nicht sagen, ob wir eure und unsere Erwartungen ohne unsere Frontfrau an der schwarzen Flöte in naher Zukunft gerecht werden. Damit einhergehend wurde entschieden, für dieses Jahr alle großen Auftritte abzusagen (48h Wilhelmsburg, geplante Sommertour), um uns die Zeit und den Raum zu gönnen, den eine porentiefe Renovierung unserer Stücke benötigt, die wir jetzt irgendwie vollziehen müssen – und auch wollen.

Wie der 8. Mai uns lehrt, passieren viel beschissenere Dinge in der Welt und jedem Ende wohnt ein Anfang inne. Aufhören werden wir nicht. Ein Teufel, der so etwas denkt! Uns wird es weiterhin geben, vorerst zu acht (wenn 20 Leute vor uns stehen, was wird das zukünftig sein, hmm?). Wir bleiben erhalten, wie der deutsche Schlager. Da steckt noch ganz ganz ganz viel Liedgut und Talent in uns, we can feel that!

Liebe Freunde,
der Abend gestern im Knust wird bestimmt nicht der letzte gewesen sein. Zu laut war euer Ruf nach Zugabe.

Vielen Dank für den gebührenden Abschied unserer Klarinettistin.
Vielen Dank für den Applaus.

20vor8

Geht von Bord, die Frau an der schwarzen Flöte.

Geht von Bord, die Frau an der schwarzen Flöte.

…das, was man sagen kann, gesagt…

RMuZhLPsVOPEGHZ-556x313-noPad

Event als Zurschaustellung von Zurückhaltung und Nachhaltigkeit: so stellt sich Hamburg die Olympischen Spiele in etwa 10 Jahren vor. Wenn jedes Event mit diesen Schlagworten geschmückt wäre, müsste man alle Kreuzfahrtschiffstaufen, den Hafengeburtstag und jeden verkaufsoffenen Sonntag samt Weihnachtsmärkte aus dieser Stadt radieren. Wir würden es begrüßen!

Stattdessen erleben wir die stadtgewollte Zurschaustellung von Zurückhaltung und Nachhaltigkeit in direkter Nachbarschaft: da gibt es eine Brachfläche am Veringkanal neben einer Halle, die seit zwei Jahren nicht mehr betreten werden darf. Sie war einst Filmstar, dann Ort für Kunst und Kultur, Musik und Geselligkeit, ein Raum für kreative Experimente und Schaffenskraft. Seit nun mehr zwei Jahren rostet ein Bauzaun davor, wird die Soulkitchen-Halle nachhaltig der Witterung ausgesetzt.

Es gibt Konzepte und Bestrebungen aus der Nachbarschaft, die Halle und das Areal drum herum wieder zu beleben. Der Institution Soulkitchen soll endlich neues Leben eingehaucht werden: www.soulvillage.de

Seitens der Stadt übt man sich in Zurückhaltung bezüglich einer kunst- und kulturorientierten Nutzung dieser Halle und ihrer Nachbarschaft. Ordnungsrechtliche Details und finanzielle Fragen müssten geklärt werden. Ohne die Stadt als Partner wird diese Klärung ins Unendliche hinausgezögert.

Die Frage, die sich uns als Hamburger Band und als kulturschaffende Nachbarn der Soulkitchen-Halle zwangsläufig stellt, lautet:
Sollte einer Stadt eine drei Wochen andauernde, weltweite mediale Dauerpräsenz, die 6.500.000.000 Euro kosten wird, wichtiger sein als ein offener Raum, in dem kulturelle, musikalische und gestalterische Ideen eines jeden Bewohners der Stadt reifen können?

Für schlappe 6,5 Milliarden Euro könnte solch ein Ort etwa 100.000 Jahre existieren (dann auch mit Keramikklo).

Wir bitten alle, einen Moment über diese Frage zu sinnieren.</p>

08. Mai: BudZillus und 20vor8 – live in Hamburg

Liebe Freunde der gepflegten Abendunterhaltung,

sich der zarten Reminiszenz des letzten Jahres bewusst werdend, gibt es auch dieses Jahr wieder ein grandioses Live-Spektakel, welches selbst den hartgesottensten Eremiten unter Menschen mischt:

die Karawane der Mittelstreifen entlang brausend werden sich die Herren von BudZillus aus dem fernen Berlin auf den Weg machen, um in Hamburg die molekulare Zusammensetzung der Atemluft einmal ordentlich durchzuwirbeln. Wer sie letztes Jahr im Knust erlebt hat, der wird noch wissen, wie die Luft damals brannte:

BudZillus haben sich über die letzten Jahre zu einer der erfolgreichsten Bands Berlins entwickelt. Ein Erfolg, der vor allem über die Konzerte und damit über die Fans kam. BudZillus verbindet Berliner Schnauze mit internationalem Flair und handgemachter Herzlichkeit.
So haben sie mit ihrem Mix aus Swing, Surf, Punk, sowie einem Pfund osteuropäischer Seele, fast so etwas wie einen eigenen Berlin-Sound entwickelt, der einstmals auf der Straße begann.
Nun erscheint mit „Besser Wirds Nicht!“ das dritte Album der Band. Und das will gefeiert werden!

Wieder mit dabei, auf Befehl von BudZillus: für’s Gemeinwohl und Tanzmusik sorgen wir, Hamburgs wilde Stadtmusikanten, die seit Jahr und Tag die prächtigsten Aromen hemmungsloser Folkmusik in ihre Stücke mischen.

Vor und nach der Liveshow werden die Plattenteller in Rotation versetzt von:

Dario Calay
https://soundcloud.com/dariocalay

Tristan von Neumann
https://soundcloud.com/tristan-von-neumann

08. Mai 2015
21:00 Uhr: Doors
22:00 Uhr: Beginn
Tickets: 8,00 € zzgl. Gebühren

Wir, BudZillus, nochmal wir

Liebe Freunde,

seit dem Sommer schweigen wir, deswegen sei erwähnt: ein kurzer Eintrag aus der Winterdepression: wir leben still und zurückgezogen vor uns hin, aber spinnen im Hintergrund ein paar Fäden für das nächste Jahr zu einem kleinen lustigen Knoten zusammen. Im Mai komme nämlich wieder der Untergang in die große Stadt am trüben Fluss.
Ansonsten geht es uns wie dem Einzelhandel in dieser schmutzigen Jahreszeit: erwartungsvoll.
Die nächsten Monate bleiben wir unter uns und arbeiten an ein paar neuen Songs. Im Sommer sind wird dann wieder an der frischen Luft und haben uns für die Kulturelle Landpartie im Wendland einkaufen lassen und werden dort nicht einen, nicht zwei, sondern drei Auftritte zum Besten geben. Darauf drei Schnaps!

///

Unsere Freunde von BudZillus – wer kennt sie nicht, diese Lausebuben – sind derweil kräftig am Schwitzen und sprengen ein funkelnigelnagelneues Album aus den tiefen Stollen ihrer Genialität.
Ein bisschen Kohle und Zaster für Dynamit wird dafür noch benötigt. Deswegen freuen sich BudZillus auf rege Beteiligung mittels Crowdfunding. Egal ob 5 Euronen oder 500 – ’s ist besser als Investmentbanking und unterliegt auch keinen Kursschwankungen am Kapitalmarkt. Als Dankeschön erwarten euch neben der neuen Platte u.a. auch ein Proberaum-BBQ oder lebenslange Gästelistenplätze. Wer sich und seine Familie zu Weihnachten beschenken möchte, der findet hier die Gelegenheit dazu: https://www.startnext.de/budzillus

///

Wir nochmal.
Weil der Regen so schön durch die Dächer tropft, gibt es endlich ein paar Bilder unseres Sommerurlaubs zu sehen, als Vorfreude auf nächstes Jahr: www.20vor8.de/tour-2014

Soweit, bis bald…

20vor8

Sommertour 2014

Liebe Freunde, genug der Hymnen!

Jetzt, da in wenigen Tagen die Flaggen wieder im Müll landen, die als Megasportevent getarnten Legionäre einer Armee globaler Profitmaximierer ihren Rückzug aus Brasilien antreten werden und der Menschheit wieder Zeit gegeben wird, ihren Regenwald nebst Privatssphäre weiter abzuholzen; jetzt also, da die Gesänge der Nationen verstummen, das Schlachthaus der Fernsehquote wieder dem Tatort gehört und man als Mensch wieder Mensch (aber bloß kein Flüchtling!) sein darf und das Trapezkunststück vollbringt, sich vom Entwicklungshilfeminister zum Rüstungslobbyisten zu morphen (welch ein Brechreiz unserer Zeit, dieser Mensch!), jetzt, in diesen zynischen Tagen, machen wir uns auf die Socken, um die armen Seelen auf Mutter Erde von den Problemen unserer Epoche zu erlösen: Freude bereiten durch Musik.

Los geht’s am Samstag, 12. Juli, auf dem Wutzrock-Festival zu Hamburg: 18.30 Uhr auf der großen Bühne. Zieht euch kalt an, es wird warm! Der Eintritt ist frei! Saufe gibt’s in rohen Mengen!
Weiter geht’s in Richtung Leipzig, dort werden wir auf der Straße musizieren, genauso wie in Prag, vorher vielleicht einen Abstecher nach Dresden gemacht, dann aber auf jeden Fall in die Tschechei zur Straßenmusik, vielleicht überfallen wir die ein oder andere Kaschemme. In Karlsbad gibt’s dann Becherovka um wieder klar zu kommen, bevor wir weiter ins schöne Frankenland fahren.
Am 19. Juli stehen wir bei Erlangen auf der Bühne des 2. Kuckucksheimer Open-Air-Festivals. Zur Belohnung stopfen wir uns Schäuferle rein.
Mit vollem Magen geht’s dann am 23. Juli nach München in die X-Cess-Bar; das klingt nach Gaudi und sich daneben benehmen.
Mit straßenmusikalischem Zwischenhalt in Frankfurt, Mainz, Koblenz, vielleicht auch Trier, mal schauen, wie die Route verläuft, halten wir am 28. Juli in Köln an, wo wir auch ein Konzert geben werden. Wo genau, das weiß der Verfasser dieser Depesche gerade selber nicht.
Dann geht’s wieder nach Hamburg. Schöne Stadt am dunklen Fluss, ausnüchtern bis zu den Olympischen Spielen 2024, denn dann kommen sie vielleicht zu uns, die Legionäre.

DSC01618

es gibt auch gute Menschen: auf der Kulturellen Landpartie 2014 im Wendland

live @ 48h Wilhelmsburg

48h_onlineflyer

Am Wochenende wird in Wilhelmsburg wieder aufs extremste Musik gemacht. Wir freuen uns, während der 48h Wilhelmsburg zusammen mit R.J. Schlagseite (www.schlagseite.net) am Samstagabend das Hafenmuseum Hamburg musikalisch zu vernaschen. Nach der Sause auf der Bühne geht’s weiter mit Sause auf der Tanzfläche. 3 DJs werden bis zum Frühstück aufdrehen. Stellt euch auf schweißfeuchte Socken ein!

KONZERTE KONZERTE KONZERTE

Liebe Freunde,

wir könnten von Leipzig erzählen, diese Stadt voller Altbauwohnungen mit imponierenden Treppenhäusern und netten WGs, die noch ein Fleckchen Fussboden zum Schlafen für uns über hatten, oder von dem schönen Wetter dort (Himmel mit Sonne, angenehm warm) während in Hamburg im Dauerregen die Dachrinnen über die Ufer traten, oder von den besten Pommes der Welt oder von dem Moment des Kaputtgehens der Kupplung unseres Bandbusses mitten in der Leipziger City, woraufhin wir gezwungen waren, all unsere Instrumente nebst Schlagzeug selber zu tragen (der Bus fährt wieder, die gute Seele!) oder von der Probe unter freiem Himmel im Park oder der Suche nach Bier am Sonntagmittag, wo wir eine Straße durchquerten, die nur aus Graffitti, alten Punks in Hinterhöfen und schiefen Häusern bestand, die mit in der Luft hängenden, verwirrt verzwirbelten Stromkabeln miteinander verbunden waren (man konnte den Kurzschluss förmlich riechen), so eine Straße halt, die es eigentlich gar nicht mehr gibt.

Aber was labern wir schön wieder rum. Folgende Konzerte sind für dieses Jahr bisher bestätigt:

30. April: Lüneburg, Wagenplatz Wienebüttel
09. Mai: Hamburg, Knust, mit BudZillus + Max‘ Quintenzirkus
29. Mai: Kommune Güstritz / Kulturelle Landpartie
14. Juni: Hamburg, 48 h Wilhelmsburg
12. Juli: Hamburg, Wutzrock-Festival
19. Juli: Heppstädt, 2. Kuckucksheim Open-Air-Festival
23. Juli: München, X-Cess-Bar
06. September: Osterbruch, Schweinskopf-Festival

Besten Gruß aus dem Hauptquartier

20vor8

Am Samstag, 05. April: Konzert in Leipzig

Das Horns Erben in Leipzig beherbergte einst eine Sektkellerei, deren Erzeugnis sogleich oben ausgeschenkt wurde. Neben dieser erlesenen Erfrischung gab es dort zu Zeiten der Pferdekutsche auch guten Schnaps zu kaufen.

Wo früher die Leute betrunken wurden, da werden sie heute betanzt. Am Wochenende kehren wir dort ein und geben einen aus. Feinste Instrumente, erlesene Soli und edle Gestalten gibt es dann in der Arndtstraße 33.

Samstag 5. April, Leipzig, Horns Erben. Um 20 Uhr geht’s los. Seid pünktlich!!!
Kommt, trinkt, tanzt, trinkt weiter, tanzt weiter und noch ein Schluck!

http://www.horns-erben.de/